Trauerrede
Trauerrede
Wenn man im Zusammenhang mit einem Todesfall einer bestimmten Person von einer Trauerrede spricht, ist die letzte „mündliche“ Ehrung gemeint. In unseren „Breitengraden“ ist es üblich, dass diese Trauerrede im Anschluss an eine kirchliche Zeremonie und auch direkt am Grab gehalten wird.
Zu einem Abschied und einem Nachruf kann man niemanden wirklich begrüßen, das gilt auch für das Leben und besondere Wirken des Sir Peter Alexander Ustinov. Als Kind einer multinationalen Familie sagte er selbst von sich, dass er in Sankt Petersburg gezeugt, in London geboren und in Schwäbisch Gmünd getauft wurde.
So vielschichtig, wie sein Leben mit seiner Herkunft begann, so vielschichtig führte dieser beeindruckende Mann sein Leben auch weiter. Während er den meisten Menschen als unvergleichliches Gesicht von „Hercule Poirot“ in Erinnerung bleibt, so hat er doch in seinem Leben viel mehr geleistet. Sein Einsatz für das Leben und die Gemeinschaft, war geprägt von einer außergewöhnlichen Toleranz, wie sie es nur in so einem Leben wie seinem entstehen konnte.
Mehr als alle seine Einsätze und Künste, die er den Menschen widmete, betrachtete er den Kampf als sein Vermächtnis für die Nachwelt. Vorurteile die mit Hass gegen andere Menschen gepflegt werden, betrachtete er als getarnten Selbsthass. Obwohl Sir Peter Ustinov mit seinem Kampf gegen Vorurteile für mehr Toleranz warb, war sie doch nicht mehr für Ihn, als die „Duldung“ der Mitmenschen. Für eine friedlichere Welt, warb er nicht nur mit der Toleranz.
Für Ihn war es auch wichtig in anderen Menschen, ein Stück von sich selbst zu erkennen. Auf seine ganz eigene Art hat er versucht, mit seinem Plädoyer für die Toleranz auch mehr Respekt der Menschen zu fordern. Frei nach dem Motto: „Der andere, das könnte ich sein.“ Sich dieses Vermächtnis zu eigen zu machen, ist sicher eine Art mit der man einen Menschen wie Sir Peter Ustinov auch über eine Trauerrede hinaus zu ehren. Im Gedenken an die Vergangenheit und mit Blick auf die Zukunft hat er so ein besonderes Zeichen für die Nachwelt hinterlassen.